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Germanischer Fünfkampf 2011

Auch in diesem Jahr richtetet sich der Blick der nordischen Götter am Samstag vor dem vierten Sonntag im Juli nach Otterndorf.  Aus ganz Germanien folgten die Stämme dem Ruf des Fürsten Jens vom Elbdeich, der zum 38. Otterndorfer Germanenfest lud. So kamen die wackeren Recken aus Mambach im Schwarzwald, aus Rinteln, aus dem Oldenburger Land, aus Bremerhaven, aus Hamburg, aus Thüringen und aus Otterndorf um sich im Kampf Mann gegen Mann zu messen.

Aufgrund der Rückbauarbeiten in der Otterndorfer Innenstadt musste der Thingplatz vom Rathaus auf den großen Specken verlegt werden. Dort begrüßte Jens vom Elbdeich die tapferen Germanen und die Zuschauer aus der Neuzeit, nicht ohne den Hinweis das es nur eine Sache gibt, die Germanen fürchten – und auch dieses Jahr ist ihnen nicht der Himmel auf den Kopf gefallen --> nur Regen -. Mit Unterstützung des Fanfarenzuges Fishtown Warriors aus Bremerhaven machte sich der Tross aus ca. 120 Germanen auf dem Weg zum Deich. Dort erwarteten sie schon die vielen Helfer der Otterndorfer Handballabteilung im kleinen, aber feinen, Germanendorf. 

Neben den Wettkampfstätten der fünf Disziplinen (Dieken, Keulenzielwurf, Steinstoßen, Weitsprung aus dem Stand und der Angelsachsenpfad) wurde dort auch etwas für die Gaumenfreuden aller Art angeboten. In flüssiger Form: Kaffee, Cola, Selters, Bier, Met und Germanenblut. Als feste Nahrung: geräucherter Fisch, Bratwurst, Erbseneintopf, Schmalzbrot und Kuchen.

Am eigentlichen Fünfkampf nahmen vor dem begeisterten Augen von ca. 1000 Zuschauern, die den Wetterkapriolen trotzten,  auch dieses Jahr wieder mehr als 100 kleine und große Freizeitgermanen teil, und erkämpften sich eine kleine Medaille und eine Urkunde. 

Die Hauptattraktion, der Kampf der Stämme, begann mit dem Fürstenpalaver, bei dem Fürst Jens vom Elbdeich den Fürsten der teilnehmenden Stämme die Regeln der Wettkämpfe erläuterte. Unter dem lauten Gebrüll „… wir haben Hunger, Hunger“ fielen die in Fellen gehüllten Kämpen beim Germanenfressen über die Rippchen her und entsorgten die Knochen mit einen gekonnten Wurf über die Schulter. Was so manchen Tourist zum Staunen und zum schnellen Aufspannen des Regenschirms verleiten ließ. Ein weitere Augenschmaus war die Bierrutsche quer über die Essenstafel. Nach dieser Völlerei ermittelten die wilden Horden durch Tauziehen, Sackschlagen, Nackenhangen und Häuptlingstragen den Sieger. In den Pausen sorgte die Sambagruppe aus Otterndorf für Stimmung und gute Laune. Der südamerikanische Rhythmus inspirierte auch den ein oder anderen Germanen zu ausgelassenem Tanz.

In diesem Jahr ließen sich die Mannen Otterndorfer Vandalen  nicht bezwingen. Ob es an den Schlachtrufen lag, wie "rauher Kern, harte Schale - ich bin ein Vandale", oder daran, dass der 13. Krieger kein Nordmann war, wissen wohl nur die Götter. Die weiteren Plätze belegten die Hamburger Horde und die Mambacher Germanen.

Anschließend wurde bei der großen Sause gefeiert bis Odin rief.

Der nächste Germanische Fünfkampf findet am 21. Juli 2012 statt.